BIRGIT

Le journalisme franco-allemand vécu au quotidien

Ich heiße Birgit Holzer, bin 40 Jahre alt und komme ursprünglich aus Kelheim bei Regensburg, in Bayern. Ich bin Journalistin, habe nach einem Studium der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und Kommunikationswissenschaften mit parallelem Studium an einer Journalistenschule zunächst bei der Mittelbayerischen Zeitung in Regensburg gearbeitet und lebe seit 2009 in Paris.


Dort habe ich für ungefähr ein Dutzend deutsche und österreichische Tageszeitungen (Augsburger Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, RND, Wiener Zeitung, Neue Osnabrücker Zeitung etc) und mache auch sporadisch bei anderen Projekten mit, arbeite zum Beispiel für das Magazin der deutsch-französischen Industrie- und Handelskammer oder mache Aufzeichnungen für die Sprachlern-CD Vocable.

Du versuchst, Frankreich und die französische Kultur / Politik den Deutschen näher zu bringen, wir funktioniert das konkret?

Genau, als Korrespondentin berichte ich aus Frankreich über deutsche Leserinnen und Leser, um ihnen das Geschehen in Frankreich näher zu bringen: Die laufenden politischen und gesellschaftlichen Debatten im Land, aktuelle Ereignisse und Vorkommnisse, aber ich schreibe auch zeitlosere Reportagen und Artikel, um die Kultur zu beschreiben: Das kann über eine bestimmte Region sein, über ein kulinarisches Thema (Champagner, Reportage im Dorf namens Camembert über Camembert...), es kann um eine Ausstellung gehen oder wie Franzosen beispielsweise Bräuche wie Weihnachten begehen. Es geht einfach darum, den Nachbarn zu erklären, Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zu beschreiben und wichtig ist auch, nicht nur immer aus einem Pariser Blickwinkel zu berichten. Beispielsweise werde ich anlässlich der Präsidentschaftswahlen sicher ein wenig durchs Land reisen, um die verschiedenen Empfindlichkeiten herauszufinden.

Meinst du, die deutsch-französische Freundschaft braucht mehr Medien wie internationale Berichterstattung / Radiosender und co ? Warum haben die bislang eröffneten Projekte so viele Schwierigkeiten, deiner Meinung nach?

Ja, ich denke auf jeden Fall, um einander besser zu verstehen und auch Interesse am jeweils anderen Land zu haben, braucht es auf  regelmäßige internationale Berichterstattung - nicht nur dann, wenn es Katastrophen wie einen Terroranschlag oder einen Flugzeugabsturz gibt, sondern wirklich eine laufende, dauernde Erklärung. Aber dafür braucht es Interesse - der Nutzer wie auch der Macher. Und es braucht Geld. Viele sparen dann doch lieber wieder bei der internationalen Berichterstattung, weil Nabelschau (nombrilisme) wichtiger erscheint.

Was könnte die Politik machen, um die Zweisprachigkeit noch mehr zu fördern (auch für minoritäre Sprachen)?

Das Erziehungsministerium in Frankreich und die Länder in Deutschland könnten schon Sprachunterricht und internationale Schulen noch mehr fördern. Die Sprache ist der Schlüssel und man sollte hier Kampagnen machen, damit das Niveau nicht immer noch geringer wird, damit man auch nicht so viel Angst vor der Fremdsprache hat. Es gibt ja die lycées franco-allemands, aber es handelt sich nur um drei Schulen insgesamt. Es wäre toll, wenn man das ausweiten würde. Wichtig sind auch Begegnungen, also Schüleraustausch und Städte-Partnerschaften. Hier tut ja die Politik im Deutsch-Französischen schon mehr, auch mit dem DFJW, aber es muss bekannter werden und es braucht kollektives und individuelles Engagement. Zum Beispiel sollten auch Lehrer, die so etwas anstoßen, mehr Vorteile bekommen als nur einen milden Händedruck, also Vorteile in Form von Gutschrift von Stunden (es handelt sich ja um Arbeit) oder auch finanziell.